Museum Tel Aviv, Yayoi Kusama, Lebenswerk, japanische Künstlerin
People visit 'A Retrospective', an exhibition of Japanese artist Yayoi Kusama, during a press preview at the Tel Aviv Museum of Art, October 31, 2021. Photo by Tomer Neuberg/Flash90 ***EDITORIAL USE ONLY/NO SALES** *** Local Caption *** מוזיאון אומנות תערוכה תל אביב יאיוי קוסמה עיתונאים סיור
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Yayoi Kusama verzaubert Tel Aviv

Seit einigen Wochen gibt es viel Wirbel über das Lebenswerk der japanischen Künstlerin YaYoi Kusama, das vom Tel Aviv Art Museum zusammengetragen wurde. Wir haben eine Zusammenfassung von Artikeln von NoCamels und ToI für euch bereitgestellt. Viel Vergnügen! 

Seit dem 15. November präsentiert das TLV Museum of Art die erste israelische Ausstellung der gefeierten japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Die Tickets sind bis weit ins nächste Jahr hinein ausverkauft, doch ein paar wenige sind noch zu haben.

Jahre des geduldigen Wartens und Networkings brachten die Polka Dots, Infinity-Räume und großformatigen Installationen schießlich nach Tel Aviv. Die umfangreiche Ausstellung gilt laut dem Museum als eine der zehn größten und besten Kunstausstellungen 2021 weltweit. Sie wird über 200 Werke aus Yayoi Kusamas 80-jähriger Karriere und fast 3’000 Quadratmeter umfassen.

Ein Traum wird wahr

Suzanne Landau, die ehemalige Chefkuratorin des TLV Museum of Art, kam eigens an das Museum zurück für diese kolossale Show. „Es ist eine Ausstellung von riesigem ​​Ausmaß. Das kann man nicht als selbstverständlich ansehen. Es braucht Jahre von Diskussionen, Logistik und Budgets.“, meint Landau. 

„Kusamas Kunstwerke nach Tel Aviv zu bringen war Landaus Traum“, sagt Coen-Uzielli, die Landau 2018 ersetzte. Sie verweist auf den wilden weiblichen Avantgarde-Geist, der die Ausstellung durchdringt.

Achtzig Jahre Kunst

Für „Yayoi Kusama: A Retrospective“ wurden die Hauptgalerien des Museums mit Kusamas Kunstwerken aus ihrer 80-jährigen Schaffenszeit gefüllt.

Yayoi Kusama, Tel Aviv Museum, 1967 Photo by Harrie Verstappen

„Die Kunst der 92-jährigen Yayoi Kusama, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt begeistert, umfasst Zeichnen, Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Kino und Mode. Ihr gesamtes Oeuvre ist faszinierend kraftvoll, beeindruckend und genussvoll zugleich. Die Präsentation ihrer Retrospektive im Tel Aviv Museum of Art ist definitiv ein einzigartiges Ereignis von historischem Ausmaß“, sagte Landau in einer früheren Ankündigung.

Unendlichkeit und Selbstauslöschung sind laut dem Museum zwei wiederkehrende Hauptthemen in Kusamas Werken mit ihren obsessiven Mustern aus Punkten und Netzen.

Die Ausstellung ist chronologisch geordnet. Sie beginnt mit zwei Buntstiftzeichnungen, die Kusama im Alter von fünf und neun Jahren schuf. Bereits damals mit Punkten versah. Weiter geht es über massive Leinwände, Skulpturen, gespiegelte Infinity Works bis zum Ende mit zwei Installationen, eine davon pink und voller aufblasbarer, gepunkteter Tentakeln. Diese Installationen wurden eigens für die israelische Retrospektive geschaffen. 

Zu sehen ist eine atemberaubende Sammlung von 250 Kunstwerken, die in Kusamas verschiedene Epochen unterteilt sind. Angefangen mit ihrer Kindheit in Matsumoto, Japan, über ihre ersten in den USA entstandenen Werke, wo sie Ende der 1950er Jahre vorübergehend hinzog, dann Europa und wieder Japan, wo sie die meiste Zeit ihres langen Lebens verbracht hat.

Von Berlin nach Tel Aviv

Ironischerweise habe sich mit der Pandemie endlich die Möglichkeit geboten, die renommierte Künstlerin nach Israel zu bringen, sagt Landau. Stephanie Rosenthal vom Gropius Bau in Berlin schlug die Ausstellung vor.

Für Landau stand die Ausrichtung einer Kusama-Retrospektive ganz oben auf einer langen Wunschliste von Einzelausstellungen von Künstlern. Landau wusste: „Jetzt oder nie“.

Es folgten Monate der engen Zusammenarbeit mit Kusamas Studioteam in Japan. Jedes Kunstwerk, jede Platzierung und jedes Detail musste genehmigt werden. Mehrere Mitarbeiter von Kusama kamen für die endgültige Inszenierung der Ausstellung nach Israel. Ihr besonderes Augenmerk galt zwei speziell für diese Ausstellung erstellten Installationen. Einerseits dem Narcissus Garden mit seinen pinkfarbenen Hüpfburgen. Anderseits dem Endless Room, einer Sammlung Schwarz-Weiß und farbenfroher Kunstwerke, die sich in Dutzenden von Kugeln auf dem Boden widerspiegeln.

Landau wollte trotz der fragwürdigen Zukunft angesichts der Pandemie ein emotionales Erlebnis und gleichzeitig eine historische Perspektive auf Kusamas Werk erschaffen.

„Es geht darum, ihre Kunst zu sehen und zu sehen, wer sie ist.“

Suzanne Landau.

Buntstiftzeichnungen und Infinity-Räume

Es ist eine Ausstellung, welche die Betrachter sofort einhüllt und mit Kusamas lebenslanger Bindung an Punkte vertraut macht – perfekt kreisförmige oder ovale Formen, überlappend, aufgereiht oder willkürlich auslaufend. Später entwickelte sich Kusamas Schaffen zu Installationen und gespiegelten Infinity-Räumen, für die sie weltberühmt wurde.

Der erste Infinity-Raum in der Tel Aviver Ausstellung ist Teil der Phallusphase von Kusama. Es ist ein verspiegelter, mit weichen weiß-rot getupften Vorsprüngen gefüllter Raum, wie ein Meer aus handgenähten Erhebungen. Im zweiten Infinity-Raum blicken die Zuschauer durch quadratische Fenster in ein sich drehendes Kaleidoskop aus Spiegeln und Neonlichtern. Ganz wie in einem Flipperautomaten.

‚The Spirits of the Pumpkins Descended Into The Heavens‘

Das Museum stellt den Betrachtern als nächstes Kusamas schwarz gepunktete, gelb bemalte Kürbisse vor. Objekte, die Kusama als ihr Alter Ego bezeichnet hat. Nach ihrer Rückkehr nach Japan 1973 bildeten sie den Kern ihrer Arbeit. 

Der Geist der Kürbisse stieg in den Himmel herab.Zazoi Kusama, japanische Künstlerin

Kunst als Gegenwartsbewältigung

Kusama bezeichnet ihre riesigen Tupfenfelder als „Unendlichkeitsnetze“, welche ihren Halluzinationen entnommen sind. Ihre Texte und Videos beziehen sich auf Kusamas lebenslangen Kampf mit psychischen Problemen und ihren Einsatz von Kunst zur Bekämpfung von Schmerz und Angst. 1977 ließ sie sich bekanntlich in ein psychiatrisches Institut in Tokio einliefern und lebt seitdem dort. Sie arbeitet in ihrem Studio auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Für die Kuratoren steht die Ausstellung jedoch für Optimismus. Sie haben es geschafft, diese Avantgarde-Rebellin nach Israel zu bringen und das Projekt durchzuziehen, auch wenn die Pandemie andauert.

„Die Ausstellung drückt Optimismus aus.“

Suzanne Landau

Tickets für die Yayoi Kusama Retrospektive im Tel Aviv Museum of Art sind für den größten Teil des Dezembers ausverkauft. Es sind noch wenige Tickets übrig für Januar bis April 2022.

Englische Links:

Times of Israel Artikel

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